STEINERNE BRÜCKE REGENSBURG

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Bauherr
ArchitektReinhart + Partner, Architekten und Stadtplaner, München
Fertigstellung2019

Es wurde die Lichtplanung durchgeführt.


STEINERNE BRÜCKE REGENSBURG

Die Steinerne Brücke im Herzen der Weltkulturerbe-Stadt Regensburg ist ein einzigartiges Bauwerk. Sie ist mit beinahe 900 Jahren die älteste Brücke Deutschlands und eine der wichtigsten touristischen Attraktionen. Für die Bürger ist das 309 Meter lange, 7,6 Meter breite Bauwerk Identifikationsmerkmal und urbaner Mittelpunkt für das Leben am Fluss. Im 16. Jahrhundert wurde ein Abzweig zur Insel „Oberer Wöhrd“ errichtet. Die Verkehrsnutzung im 20. Jahrhundert, durch die auch Streusalz zum Einsatz kam, erforderte eine umfassende Sanierung.

Entsprechend komplex gestaltete sich die Aufgabe für das Büro Ingenieure Bamberger, eine Lichtführung zu kreieren. Die Aufgabe beschränkte sich nicht nur darauf, den historischen Kontext und die Architektur mit der heutigen Nutzung und das ökologische Umfeld am Donauufer in Einklang zu bringen. Vielmehr musste die große Bedeutung für die Touristen und die Belange der Einheimischen berücksichtigt werden. Gleichzeitig war es notwendig, Rücksicht auf die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere zu nehmen – in Abstimmung mit der Stadt Regensburg und dem Landesamt für Denkmalpflege.

Die Ingenieure Bamberger haben sich bei der Straßenbeleuchtung für die typische Altstadtleuche der Regensburger Innenstadt als Mastleuchte entschieden. Eine kugelförmige Lichtverteilung mit Kopfreflektor erwies sich als optimal. Tests der Stadt ergaben, dass die Lichtemission für Insekten kaum Anziehung bietet. Der Stufenmast gibt der Leuchte in der Seitenansicht einen filigranen Unterbau.

Für die 15 Bögen in ihren unterschiedlichen lichten Weiten haben die Planer eine einheitliche Beleuchtung konzipiert. Zu berücksichtigen war insbesondere die Hochwassergefahr. Deshalb konnte die Leuchte nur im Scheitelpunkt der Bögen angebracht werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Serien-Linearleuchte mit einem kleinen, jedoch breiten Lichtaustritt mit einer stark asymmetrischen Lichtverteilung das beste Ergebnis erzielt. Mit Rücksicht auf den Artenschutz wurden Leuchten eingesetzt, die keinen Ultraviolett-Anteil und nur einen geringen Blauanteil haben.

Nach ausgiebigen Tests ist eine drei Meter lange Leuchte aus V4A-Stahl, der das Streusalz im Brückenkörper verträgt, entstanden. Das Abschlussblech ist sowohl mechanischer Schutz als auch Reflektor für den Nahfeldbereich. Die lichttechnischen Untersuchungen erzielten das beste Ergebnis mit einer Serien-Linear-Leuchte und einer asymmetrischen Lichtverteilung, die auf unter 30 Prozent dimmbar ist.

Die Brückenergänzung zum „Oberen Wöhrd“ ist eine moderne Konstruktion mit einer Länge von 80 Meter.
Um die unterschiedlichen Bauzeiten herauszuarbeiten, wählten die Planer eine Leuchten- Situation, die konträr steht zur klassischen Beleuchtung der Hauptbrücke. Das Lichtdesign sollte wenig von der Hauptbrücke ablenken. Also wurde die Beleuchtung beidseitig in den Handläufen installiert. Für eine homogene Ausleuchtung der Straßenfläche wurden zwei LED- Linien installiert, der Lichtaustritt um 45° geneigt, die Lichtverteilung asymmetrisch zur Mitte. Die unterschiedliche Wertigkeit ist also durch die klare, moderne Handschrift der Beleuchtung berücksichtigt.

Durch dieses Beleuchtungskonzept ergibt sich für den Betrachter ein homogenes und einheitliches Gesamterscheinungsbild.